Katjas Erfahrungsbericht
Auf dem Kompaktrad trotz Hüftdysplasie
Ich lebe mit einer angeborenen beidseitigen Hüftdysplasie, dazu kommt ein Beckenschiefstand und eine allgemein reduzierte Belastbarkeit. Sportlich gesprochen: Meine maximale Wattzahl ist noch ausbaufähig. Längere Gehstrecken sind daher nicht immer problemlos möglich. Im Alltag heißt das vor allem: planen. Mein „Laufvolumen“ muss ich bewusst auf Arbeit, Haushalt und Freizeit verteilen – sonst ist die Energie schnell aufgebraucht.
Kleine Räder, große Freiheit – Mein Weg zurück aufs Kompaktrad
Nach fünf Operationen und einem neuen Hüftgelenk war Radfahren nach jahrelanger Pause plötzlich wieder erlaubt. Das andere Gelenk macht noch Probleme und ist momentan nicht austauschbar. Also: Sport ja, aber gelenkschonend und ohne Übermut. Ich wollte ein Rad, das zu meiner „individuellen Körperarchitektur“ passt – ein tiefer Einstieg, viele Einstellmöglichkeiten und flexibel in der Fahrhaltung. Manchmal sitze ich lieber aufrecht, manchmal will ich sportlicher fahren. Und ganz ehrlich: 20 Zoll fühlen sich für mich einfach richtig an. Direkt, agil und kompakt, dabei trotzdem stabil.
Früher fuhr ich ein 26"-MTB – wendig, flott, das Gefühl von Freiheit. Mit fortschreitenden Hüftproblemen wechselte ich später zu einem 28"-Tiefeinsteiger. Bewegung war damit möglich, aber ich war ständig am Schrauben und Justieren. Es passte nie so richtig. Für mich fühlte sich das 28"-Rad träger an – es funktionierte, überzeugte mich aber nicht.
Mir war wichtig, dass das Rad nicht nur gut aussieht, sondern ergonomisch perfekt zu mir passt. Es sollte wendig und hochwertig verarbeitet sein – auf keinen Fall ein Kompromissrad.
Hauptsächlich für Trainingsfahrten, Sightseeing und gezielte Belastungssteuerung. Das gleichmäßige Treten stabilisiert die Muskulatur um die Hüfte, ohne die Stoßbelastung, die Laufen mit sich bringt. Gelegentlich fahre ich auch Touren mit Freunden mit – das funktioniert wunderbar.
Es fährt sich deutlich kontrollierter. Die Hebelwirkung auf meine Hüften beim Anfahren ist kleiner und im Stop-and-Go im Stadtverkehr bin ich flink wie ein Wiesel. Bei 28"-Rädern habe ich spezifische Nachteile erlebt: mehr Schwungmasse, weniger Stabilität bei langsamer Fahrt und dieses schwerfällige Gefühl. Das ist mit dem Kompaktrad weg – es reagiert schneller und präziser. Gerade mit einer körperlichen Einschränkung ist dieses Plus an Kontrolle Gold wert.
Ein Thema war meine Beinlängenverkürzung: Kurbel kürzen oder Schuh anpassen? Ich habe mich für eine Sohlenerhöhung am Flatpedalschuh entschieden und nutze Pedale mit Pins für sicheren Stand. So ist meine Fußstellung stabilisiert – auch orthopädisch sinnvoll.