Markus' Abenteuer
Auf dem Kompaktrad über die Alpen
Meine Antwort darauf: Alles beginnt mit der Einstellung, es einfach auszuprobieren – und mit der Überzeugung, dass ein kompakter E-Bike-Antrieb genauso viel Bergluft verträgt wie ein klassisches Mountainbike. Fünf Tage auf der Via Claudia Augusta von Füssen bis zum Gardasee waren mein Feldversuch: Kann ein Kompaktrad den Alpenbogen wirklich bewältigen? Nach einer intensiven Woche kann ich sagen: Ja, kann es – vor allem, wenn der Antrieb passt und die Federung den Ansprüchen der Berge gerecht wird.
Kleines Rad, große Berge – Fünf Tage, fünf Etappen, unzählige Eindrücke
Der Start in Füssen auf rund 800 Metern über dem Meer markierte den idealen Einstieg: eine Römerstraße, 400 Kilometer bis zum Gardasee und die Frage, ob das Kompaktrad wirklich alltagstauglich ist. Schon früh spürte ich, die aufrechte Sitzposition ist optimal, um die Landschaft zur Gänze auf mich wirken zu lassen. Die verbaute Pinion MGU eröffnete mir neue Möglichkeiten: Mit einer Übersetzungsbandbreite von 600 % bietet sie enorme Flexibilität – besonders, wenn man sich in hochgebirgstaugliche Lagen begibt.
Auf dem ersten Etappenziel – dem Hochjoch – bekam ich einen Eindruck vom Offroad-Potenzial … Das Kompaktrad zeigte sich in der Praxis als belastbar, auch wenn der schmale Pfad mit Wurzeln und Steinen anspruchsvoll war. Einmal mehr wurde deutlich, dass mein Kompaktrad nicht nur gut für eine „Spaßfahrt“, sondern ein ernstzunehmendes Zweirad für bergige Abschnitte ist. Selbst mit reichlich Gepäck auf den Trägern vorn und hinten sowie auf dem Lowrider am Vorderrad ist es ein gut manövrierbares Gefährt.
Der zweite Tag hielt 800 Höhenmeter für mich parat und die Wendigkeit des Bikes überraschte mich positiv. Die sechs Zentimeter breiten Ballonreifen absorbierten Erschütterungen erstaunlich gut, auch ohne Federgabel – ein wichtiger Punkt, der die Alltagstauglichkeit des Fahrrads unterstreicht. Wer mehr Komfort sucht, bekommt auch eine passende Alternative mit Federgabel. Für längere Strecken ohne Singletrail war ein normales Kompaktrad ohne Federung bereits erstaunlich komfortabel. Ein Lehrmoment: Die Sonne brannte bei 43 Grad auf das Display – Sonnencreme wurde so zur ebenso wichtigen Ausrüstung wie Akku und Motor.
An Tag 3 wollte ich bei einem Bremsentest sehen, ob das Hydraulik-Feeling von Magura stimmt: Starke Verzögerung selbst bei 25 Kilogramm Gepäck und einem 90 Kilogramm schweren Fahrer. Die Zahlen waren bestätigend, doch die eigentliche Erkenntnis lag im Fahrgefühl – mit meinem Kompaktrad und seiner verbauten Pinion MGU kann man die Bremskraft kontrolliert nutzen, ohne sich hinterher von technischen Details täuschen zu lassen.
Auf der vierten und fünften Etappe erinnerten Apfelplantagen und das Panorama Südtirols daran, warum Reisen mit einem Kompaktrad so befreiend sein kann: Die Strecke wurde sanft, die Akkukapazität blieb beachtlich. Bis zum Gardasee zeigte sich: Mit bewusst gewählten Unterstützungsstufen lässt sich der Akku ökonomisch nutzen. Zeitgleich liefert er genügend Leistung, um beeindruckende Höhen zu überwinden.